Rechner · Entscheiden
Immobilie oder ETF?
Derselbe Einsatz, derselbe Zeitraum, beide Seiten nach Steuern. Jeder Euro, den Sie der Immobilie zuschießen müssten, fließt im Vergleich in den ETF. Das Ergebnis steht vorn – egal, für welche Seite es spricht.
Ergebnis nach Jahren, nach Steuern
Vermögen, wenn Sie im jeweiligen Jahr verkaufen
Nach Steuern. Bei der Immobilie fällt innerhalb von 10 Jahren Steuer auf den Verkaufsgewinn an; daher kann die Linie vor Jahr 10 springen.
Fünf Szenarien
In den ersten drei Zeilen werden beide Seiten gleichzeitig ungünstiger oder günstiger, in den letzten zwei entwickeln sie sich gegenläufig: Wertsteigerung ±1, Mietsteigerung ±0,5, ETF-Rendite ±2,5 Prozentpunkte. Grundlage: Über 15-Jahres-Zeiträume seit 1975 schwankten die Renditen von Aktien (MSCI World in Euro) etwa 2,4-mal so stark wie die Preise deutscher Wohnimmobilien. Die Immobilien-Indizes sind geglättet und bilden das Risiko einer einzelnen Wohnung nicht ab; ihre Schwankung ist eher zu niedrig angesetzt.
| Szenario | Immobilie | ETF | Vorn |
|---|
So rechnen wir
- Gleicher Einsatz: Das Eigenkapital geht auf der ETF-Seite am Anfang ins Depot. Muss der Vermieter in einem Jahr Geld zuschießen, wird genau dieser Betrag auf der ETF-Seite angelegt. Bleibt bei der Immobilie Geld übrig – laufend oder weil das Eigenkapital den Kaufpreis samt Nebenkosten übersteigt –, wird es dort im selben ETF angelegt.
- Zeitpunkt: Kauf am 1. Januar, Verkauf nach genau der gewählten Zahl an Jahren. Die AfA läuft daher schon im ersten Jahr voll.
- Immobilie: Miete minus Mietausfall, nicht umlagefähige Kosten und Instandhaltung; Annuitätendarlehen mit gleichbleibendem Zins über die ganze Laufzeit (kein Zinsänderungsrisiko eingerechnet).
- Steuer Vermietung: Miete minus Kosten, Zinsen und AfA (§ 7 Abs. 4 EStG), mal Ihrem Grenzsteuersatz. AfA-Grundlage: Kaufpreis und Kaufnebenkosten mal Gebäudeanteil (zur Aufteilung gibt es eine Arbeitshilfe des Bundesfinanzministeriums). Vereinfachungen:
- Ein Verlust mindert Ihre Steuer auf andere Einkünfte noch im selben Jahr. Das setzt genug andere Einkünfte voraus; tatsächlich kommt die Erstattung meist erst mit dem Steuerbescheid.
- Instandhaltung wird im Jahr der Zahlung abgezogen und gilt als Erhaltungsaufwand. Zahlungen in eine WEG-Erhaltungsrücklage sind steuerlich erst absetzbar, wenn die Rücklage für Reparaturen verwendet wird.
- Notar- und Grundbuchkosten werden ganz dem Kauf zugerechnet; der Anteil für die Grundschuld wäre eigentlich sofort absetzbar.
- Verkauf Immobilie: Wert nach Wertsteigerung minus Verkaufskosten und Restschuld. Wird innerhalb von 10 Jahren verkauft, ist der Gewinn steuerpflichtig, wobei die AfA die Anschaffungskosten mindert; Freigrenze 1.000 € für alle privaten Veräußerungsgeschäfte eines Jahres (§ 23 EStG). Maßgeblich sind die Daten der notariellen Kaufverträge: Steuerfrei ist erst ein Verkauf ab dem Tag nach dem 10. Jahrestag (tagesgenau berechnen). Ein großer Verkaufsgewinn kann Ihren Steuersatz erhöhen; das ist nicht eingerechnet.
- ETF: thesaurierender Aktien-ETF; Rendite nach laufenden Kosten; jährliche Vorabpauschale mit Basiszins 3,20 % (BMF-Schreiben vom 13.01.2026 (Basiszins 3,20 %)), 30 % Teilfreistellung, Sparer-Pauschbetrag je Kalenderjahr; beim Verkauf Abgeltungsteuer plus Soli, ggf. Kirchensteuer (§ 32d EStG, SolZG, § 20 InvStG). Der Basiszins 2026 wird für alle Folgejahre fortgeschrieben. Die Steuer auf die Vorabpauschale wird dem Depot entnommen. Liegt Ihr persönlicher Steuersatz unter 25 %, kann die Günstigerprüfung die ETF-Steuer senken; das ist nicht eingerechnet. Ordergebühren und Spreads sind nicht enthalten.
- Grunderwerbsteuer je Bundesland (Landesgesetze; Abgleich mehrerer Zusammenstellungen, Stand 2026).
- Nicht enthalten: degressive AfA und Sonder-AfA für Neubauten, verkürzte Nutzungsdauer per Gutachten, Sanierungen nach dem Kauf (15-%-Grenze), Sonderumlagen. Bei Neubauten mit Sonderabschreibungen und bei großen Verkaufsgewinnen sollten Sie Ihren Fall individuell prüfen lassen.
- Nicht in Zahlen erfassbar: Zeitaufwand als Vermieter, Klumpenrisiko einer einzelnen Immobilie, schwankende Kurse beim ETF, Liquidität (ein ETF ist täglich verkäuflich), Hebelrisiko durch den Kredit.
Rechtsstand 21.10.2026 · Geltungsbereich Deutschland